Anleitung zum Bau eines HTPC

Gerne möchten wir euch einen Anreiz geben, einen eigenen HTPC zu bauen. Schritt für Schritt zeigen wir euch, wir ihr dies einfach und kostengünstig bewerkstelligen könnt.

 

 

 

 

 

 
  • HDTV Wiedergabe durch eine S2 TV-Karte
  • Blu-Ray Laufwerk
  • Gehäuse mit integriertem Infrarot-Empfänger
  • Ausreichend Festplattenspeicher
  • Basierend auf einer Linux VDR Distribution

Hardware:

Anfgangs habe ich die meiste Zeit damit verbracht das passende Gehäuse zu finden. Wichtig war für mich ein integrierter Infrarot-Empfänger und natürlich eine ansprechende Optik. Weiterhin verbrachte ich viel Zeit damit zu überlegen, ob der Rechner auf Basis eines Mini ITX oder eines Micro ATX - Boards laufen soll. Aufgrund der größeren Flexibilität, jedoch leider zu Lasten des geringfügig höheren Stromverbrauchs, habe ich mich für ein Micro-ATX Gehäuse entschieden. Dabei viel die Wahl auf das MS-TECH MC-1200. Dieses bietet eine durchaus ansprechende Optik, eine top Fernbedienung, ein integriertes 350 Watt Netzteil und eben den integrierten Infrarot-Empfänger. 

Anschließend begann Suche nach dem passendem Board. Das ASUS M4A785T-M bietet sofort einen brauchbaren ATI HD - Grafikchip der für die Wiedergabe von HDTV-Medien zwingend erforderlich war. Kenner werden sicherlich hellhörig werden. ATI und VDR? Ja genau, das beißt sich etwas. Genau das musste ich auch feststellen, als ich die VDR-Version von C´t (Heise) aufspielen wollte. 

Nach 3 Tagen rumprobieren gab ich letztlich auf und somit musste doch (wenn auch widerwillig) Windows 7 herhalten. Aber dazu später mehr.

Hinsichtlich Arbeitspeicher habe ich mich für einen 2 GB - Riegel von Kingston entschieden. Der ist preisgünstig und vollkommen ausreichend für Multimedia-Anwendungen.

Weiterhin völlig ausreichend und zudem günstig und stromsparend sollte der Prozessor sein. Also musst der AMD Athlon II X2 250 C3-Step (ADX250OCGMBOX) herhalten.

Zum Thema Laufwerk und Festplatte gibt es nicht viel zu sagen. Ich habe mich für eine 1 TB SAMSUNG SpinPoint F3 Festplatte entschieden, sowie ein LITEON iHOS104 Blu-Ray Laufwerk. Sofern der HTPC jedoch eine direkte Anbindung zu einem Server haben sollte (was bei mir der Fall ist) würde natürlich der Einbau einer kleineren Festplatte durchaus ausreichen.

Zum Schluss war noch die Wahl der richtigen TV-Karte. Es musste eine Low Profile HDTV-Karte (S2) sein. Low Profile wegen der geringen Höhe des Gehäuses. Schnell viel meine Wahl auf die sehr günstige, aber durchweg sehr positiv bewertete TECHNISAT SkyStar HD2.

Zusammenstellung der Hardware:

  • ASUS M4A785T-M 68,80 €
  • 2GB KINGSTON ValueRAM DDR3-RAM (KVR1333D3N9/2G) 13,40 €
  • AMD Athlon II X2 250 C3-Step (ADX250OCGMBOX) 44,64 €
  • 1TB SAMSUNG SpinPoint F3 41,88 €
  • TECHNISAT SkyStar HD2 (4102/3733) 52,20 €
  • MS-TECH MC-1200 78,84 €
  • LITEON iHOS104 42,00 €
  • Gesamtpreis 341,76 € *

* Der Preis gilt jeweils für den günstigsten Hersteller, Stand 10.03.2011

Zusammenbau:

Der Zusammenbau der Komponenten gestaltete sich als sehr einfach, wenn es auch im Gehäuse sehr eng zugeht. Jedoch stellt auch der Zusammenbau für Einsteiger kein unlösbares Problem dar.

Software:

Wie bereit eingangs erwähnt sollte der HTPC auf einer Linux VDR Distribution laufen. Leider habe ich bei der Auswahl der Komponenten nicht darauf geachtet, dass die VDR´s nicht die passenden Treiber für ATI Grafikchips mit sich bringen. Das bedeutet, diese müssen händisch, mittels Textkonsole, nachinstalliert werden. Wer dieses umgehen möchte, muss unbedingt darauf achten, dass sich ein NVidia Grafikchip auf dem Board befindet. Dies werde ich bei meinem nächsten Bau sicherlich beachten. Es war schlicht und einfach ein Anfängerfehler.

Also musst doch ein Windows 7 herhalten. Dieses war rasch installiert. Dieses soll letztlich ja auch nur als Basis für den Player dienen. Im Endstadium bekommt man nichteinmal mehr mit, dass hier ein Windows im Hintergrund läuft.

Nun zur Suche des Players. Schon lange Zeit war ich vom XBMC http://xbmc.org/ sehr angetan. Dieser Player bietet eine sehr einfache Steuerung und wirkt optisch sehr ansprechend. Er lässt sich spielend leicht mit diversen Plugin´s nachrüsten und bietet weiterhin mit der optional erhältlichen "Online-Videothek" Navi-X http://website.navi-x.org/ einen Allrounder in Sachen Multimedia-Anbindung.

XBMC hat bisher leider noch einen großen Nachteil. Es bietet keine integrierte TV Funktion. Es gibt zwar Möglichkeiten, diese über Plugin´s und Scripte nachzurüsten, jedoch funktionieren diese allesamt nur unzureichend. Sie bieten weder eine komfortable Bedienungsmöglichkeit, noch zumutbare Umschaltzeiten. Aber man kann vorwegnehmen. Sobald XBMC eine integrierte TV-Funktion bietet, sollte dies die allererste Anlaufstelle sein. In diversen Foren wird bereits berichtet, dass ein VDR auf XBMC-Oberfläche kommen soll. Man darf gespannt sein.

Demnach fiel die Wahl auf den DVBViewer http://dvbviewer.com/de/index.php. Dieser ist mir schon von früher bekannt und bietet all das, was man für einen vollwertiges HomeTheaterPC braucht. Der DVB Viewer ermöglicht den Empfang von digitalen Radio- und Fernsehsendern an Rechnern mit geeigneten DVB-Empfängern. Er bietet unter anderem eine vollständige Timeshift- und AC-3-Unterstützung, Videotext, einen elektronischen Programmführer und nimmt mehrere Sendungen gleichzeitig auf Festplatte auf.

Alle erforderlichen Codec´s, die man braucht um seine Video- und Musiksammlung abzuspielen lassen sich kinderleicht in selbigen integrieren. Formatprobleme gibt es hier einfach keine mehr. Wir empfehlen dabei ffdshow http://ffdshow.softonic.de/.

Zu Testzwecken haben wir weiterhin die Windows - Alternative zum CCcam ausprobiert. In unserem Fall war dies der HADU. Auch dieser wurde anstandslos erkannt und lief problemlos.

Fazit:

Lange Zeit habe ich auf das Prinzip der Dreambox geschwört. Viele Tage und vor allem feuchtfröhliche Nächte habe ich mit meinem Kumpel Domi verbracht und über die Vor- und Nachteile des PC´s und der Dreambox diskutiert. Letztlich muss ich aber zu dem Entschluss kommen, dass die Dreambox nur ansatzweise ein Alternative zu einem rechnerbasierendem Multimedia-Center ist. 

 

Die Flexiblilität, der Umgang mit diversen Videoformaten und vor allem der Preis sprechen eindeutig für den HTPC. Spielt doch die Dreambox bei einem Preis ab mindestens 400,00 EUR für eine HDTV-Box in einer ganz anderen Liga. Die Dreambox kann nur in Sachen Stromverbrauch und Größe punkten.

Aber vielleicht bekommen wir das mit unserem nächsten Projekt auch noch in den Griff. Das Ziel ist und bleibt ein kleiner, schlanker HTPC, basierend auf einem Mini ITX Board und einem VDR Player.

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"Im Endstadium bekommt man

"Im Endstadium bekommt man nichteinmal mehr mit, dass hier ein Windows im Hintergrund läuft."

Das finde ich ja mit das geilste an deinem HTPC! Dass du als Hintergrundbild das Logo von XBMC und das Medienteufel-Logo eingebunden hast. Mich hat das schon immer gestört, wenn beim Hochfahren erst mal Windows zu erkennen war. Hier aber gar nicht.

Schöner Bericht btw!

Hallo Ich spiele auch mit dem

Hallo
Ich spiele auch mit dem Gedanken mir einen HTPC aufzubauen. Wie zufrieden bist Du denn mit Deiner Zusammenstellung.
Hast Du Dir mal Gedanken über Blu Ray / 3d TV gemacht. Oder hab ich das übersehen :-)

Wie zufrieden bist Du mit der TV Karte. Mit dieser kann man ja "nur" schauen. Aufnahme und sehen eines anderen Senders ist nicht möglich...

Aber ich muss sagen, dass Du einen sehr tollen Beitrag gelseitet hast mit deinem Beispiel!

Gruß
Sven

Hey Sven, unser lieber Maik

Hey Sven,

unser lieber Maik ist im Moment sehr im Stress, daher erlaube ich mir in seinem Namen zu antworten.

Ich weiß, dass Maik nicht zu 100% mit seinem HTPC zufrieden ist. Das liegt u.a. daran, dass wir es bis heute nicht gebacken bekommen haben den VDR als HTPC-Basis aufzuspielen - wegen dem blöden ATI-Grafikchip...

Also was einen guten HTPC anbelangt, da würden wir heute eher zu einem Board mit Nvidia-Grafik tendieren. Außerdem verbraucht der Athlon auch nicht gerade wenig Strom.

Ich habe mir aktuell einen neuen Server auf Basis des LGA1155-Sockels aufgebaut mit einem Intel G630T. Das ist ein wirklich Stromsparende Angelegenheit und kostet in etwa das selbe. Wenn du willst, dann schicke ich dir mal eine geeignete Hardware-Konfiguration.

Übrigens hat mich Maik nach sehr, sehr langer Zeit von einer Lösung auf Dreambox-Basis überzeugen können. Wenn mich heute jemand nach dem perfekten HTPC fragt, dann kann ich ihm eigentlich nur noch zu so etwas raten. Zumal ein sehr netter Mensch im Dreambox-Forum gerade dabei ist, einen Plex-Client für Enigma2 zu programmieren. :)

Was ist Plex? Guck mal hier:

http://www.plexapp.com/getplex/

Plex ist ein Media Center auf Basis von XBMC. Damit kann man sehr komfortabel seine Medien verwalten und auf verschiedene Clients streamen - egal ob PC, Mac, Linux, Android, iOS, und hoffentlich bald auf die Dreambox. :)

Eine Dreambox mit Plex-Oberfläche - DAS wäre in meinen Augen wirklich DER perfekte HTPC... cheeky

Cheers!

Dominik