Deutsches Privat-Fernsehen wieder mit HDTV-Angebot

Langsam aber stetig entwickelt sich nun auch das deutsche HDTV-Programm-Angebot immer weiter. Nachdem vor einigen Wochen der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine endgültige HDTV-Roadmap vorgestellt, und bekannt gegeben hatte, noch in diesem Jahr weitere HD-Sender mit ins sein Programm-Angebot aufzunehmen, kündigten nun auch RTL und dessen Partnersender VOX an, bis zum Spätherbst mit der Ausstrahlung von HD-Signalen zu beginnen.

Im Gegensatz zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wollen die privaten Fernsehsender ihr künftiges Programm-Angebot aber verschlüsseln, sodass der Empfang nur in Verbindung mit einer so genannten Smart-Card möglich sein wird. Laut heise.de gab ein Sprecher von SES-Astra gab dabei auch an, „dass man gerne CI-Plus als Zugangssystem einsetzen würde.“ Das würde wiederum konkret bedeutet, dass die potenziellen Zuschauer nicht nur für den Empfang der hochauflösenden Bilder in die Tasche greifen müssen, sondern zusätzlich auch noch für einen neuen HD-Receiver, der über eine so genannten CI-Plus-Schnittstelle verfügt. Mit Hilfe dieses Zugangs-Systems könnten die Programm-Anbieter auch verhindern, dass die Abonnenten Mitschnitte der Fernsehsendungen anfertigen.

Über die „Hintertür“ HDTV machen nun also die ersten privaten TV-Anbieter mit ihrer lange gehegten Absicht ernst, ihr Programm-Angebot mit einer Grundverschlüsselung zu versehen und künftig vom Zuschauer Abogebühren zu verlangen. Denn mit Ausnahme von einzelnen Spielfilmen und Serien, die bereits in HDTV produziert werden, soll nämlich das Programm auf den HD-Kanälen das selbe sein, wie auf den herkömmlichen Kanälen im frei empfangbaren TV.
Ob diese Rechnung letzten Endes aufgehen wird, ist fraglich – Abgesehen davon, dass RTL und VOX damit kaum zusätzliche Inhalte anbieten, beim Standard-HD-Programm handelt es sich darüber hinaus auch nur um hoch-skalierte Inhalte, und nicht um tatsächlich hochauflösendes Fernsehen.

Offensichtlich scheint dies aber der Weg zu sein, den die RTL-Gruppe in den kommenden Jahren gehen möchte, denn RTL hat bei SES-Astra bereits langfristig zusätzliche Satelliten-Kapazitäten auf der Orbital-Position 19,2° Ost angemietet. Welche zusätzlichen Kanäle über die angemieteten Kapazitäten aufgeschaltet werden sollen ist derzeit ebenso unbekannt, wie auch der Preis des künftigen HDTV-Angebots.

Unklar ist ebenfalls, wie die Pro7/Sat1-Gruppe auf diesen Vorstoß reagieren wird. Denn diese hatte erst im Februar 2008 den Sende-Betrieb ihrer beiden HD-Kanäle wieder eingestellt.

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