Was wurde aus ... Commodore

Der Hersteller des in den 1980er Jahren erfolgreichen C64 stolperte über sein Image und seine Planlosigkeit. Die Marke lebt aber weiter.

 

Brotkasten wurde er genannt. Der C64 entwickelte sich ab 1982 zum Synonym für einen erschwinglichen und doch brauchbaren Computer. In manchen Kreisen gilt er überhaupt als der erste richtige Heimcomputer. Noch dazu etablierte er sich als Spiele-System und wurde mehrere Millionen Mal verkauft. Zur damaligen Zeit ein riesiger Erfolg. Der Ruf, eine Maschine für Spiele zu sein, trug im Endeffekt aber zum Ruin der C64-Herstellers Commodore bei. Denn seine für die damalige Zeit fortschrittliche Amiga-Reihe wollte von Business-Kunden einfach nicht angenommen werden. Hier begannen Apple und IBM sich den Markt unter einander aufzuteilen.

Todesstoß:

Commodore reagierte recht planlos. Mit gezieltem Marketing hätte der Hersteller vielleicht noch die Kurve kratzen können, stattdessen verrannte man sich in Orchideen-Projekte. So setzte Commodore im September 1993 auf die Spielkonsole CD32, die mit 32-Bit-Technik und CD-ROM-Laufwerk punkten sollte. Allerdings bevorzugten Entwickler und Spieler damals noch Steckmodule, wie etwa beim extrem erfolgreichen Super NES von Nintendo, das ein Jahr zuvor in Europa auf den Markt gekommen war. Das CD32 litt unter kaum vorhandenen Exklusivtiteln und konnte nicht in ausreichenden Stückzahlen produziert werden. Mit dem Bankrott der Muttergesellschaft im April 1994 war es dann zu Ende.

Auferstehung:

Oder auch nicht. Der Markenname Commodore war nämlich immer noch einiges Wert. Allerdings wechselte er oft den Besitzer, bis er schließlich Ende 2004 beim Unternehmen Yeahronimo Media Ventures landete. Dieses nannte sich 2005 in Commodore International Corporation um und fertigt seitdem Computer und Medienplayer unter der Traditionsmarke. So wird in den USA etwa ein Gerät verkauft, dass das Gehäuse des Urahnen C64 imitiert, aber mit moderner Technik ausgerüstet ist und statt Disketten DVDs einliest. Von dem Erfolg seines Vorfahren ist das Gerät aber noch weit entfernt.

Quelle: DiePresse.com

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